Geschichte des Hauses Liechtenstein

Ein Überblick


Wappen des Fürsten
Karl I. 1615

Das Liechtensteinische Fürstenhaus zählt zu den ältesten Adelsfamilien. Um 1136 wird mit Hugo von Liechtenstein erstmals ein Träger dieses Namens erwähnt.

Er nannte sich nach der Burg Liechtenstein südlich von Wien. In der Umgebung der Stammburg und an der Nordost-Grenze Niederösterreichs hatten die frühen Liechtenstein Grundbesitz. Die ununterbrochene Ahnenreihe der Liechtensteiner begann mit Heinrich I. (gestorben 1265/66) von Liechtenstein, der die Herrschaft Nicolsburg in Südmähren als freies Eigentum erhielt. Die Erwerbung war von grosser politischer Bedeutung, weil die Familie hiedurch namhaften Besitz im Gebiet der Wenzelkrone erhielt.

 

Die Bedeutung dieses Besitzes sollte sich 1394 erweisen, als Johann I. von Liechtenstein, der während fast 30 Jahren als Hofmeister die Regierungsgeschäfte des Habsburger Herzogs Albrecht III. geführt hatte, ein Opfer der machtpolitischen Bestrebungen der Habsburger wurde und in Ungnade fiel. Er wurde gemeinsam mit seiner Familie gezwungen, auf einen Teil der Besitztümer der Familie zu verzichten, vor allem jene südlich der Donau. In den folgenden Jahrzehnten bemühte sich die Familie, den niederösterreichischen Besitz durch neue Erwerbungen zu festigen, auch wurde besonders das südmährische Dominium weiter ausgebaut.

Im 13. Jahrhundert teilte sich die Familie in die Liechtensteinische, die Rohrauer und die Petroneller Linie. Die beiden letztgenannten Linien starben aber schon in der nächsten Generation aus. Viel wertvoller Familienbesitz ging dadurch verloren. Eine weitere Teilung gab es anfangs des 16. Jahrhunderts, als sich mit dem Familienvertrag von 1504 eine Steyregger, eine Feldsberger und eine Nikolsburger Linie bildete. Nur die Feldsberger überlebte. Diesmal sorgten aber wohldurchdachte Familiengesetze dafür, dass der Besitz aussterbender Linien an die überlebende Linie überging.

Um die Wende des 16. zum 17. Jahrhunderts waren es die drei Brüder Karl, Maximilian und Gundaker, die eine neue Periode der Familiengeschichte einleiteten. Sie konvertierten zum katholischen Glauben. Karl erhielt 1606 den grossen Pfalzgrafenbrief, 1608 die erbliche Fürstenwürde.


Hohe Auflösung laden  

Der Geometer und Kartograf Johann Jacob Heber (1667-1725) zeichnete 1721 die erste Karte Liechtensteins.

Seine Brüder wurden 1623 in den erblichen Reichsfürstenstand erhoben. Den drei Brüdern Karl, Maximilian und Gundaker gelang es, den liechtensteinischen Besitz um ein Mehrfaches zu vergrössern. Sie schlossen 1606 einen neuen Familienvertrag, der unter anderem vorschreibt, dass jeweils der Erstgeborene der ältesten Linie Anrecht auf die erblichen Titel hat und als Regent des Hauses das Geschlecht nach aussen vertritt.

Die Bestimmungen dieses Vertrags sowie weitere Bestimmungen wurden 1993 im neuen Hausgesetz zusammengefasst, das die Grundlage für das in Liechtenstein gültige Thronfolgerecht bildet. In den kritischen Stunden der Geschichte zu Beginn des 17. Jahrhunderts stand das Haus Liechtenstein zu den Habsburgern. Durch das Eingreifen der Brüder Karl und Maximilian konnte 1620 der entscheidende Sieg über die böhmischen Rebellen errungen werden.


Kaufvertrag der
Herrschaft Schellenberg
18. Januar 1699


Banner des Hauses Liechtenstein (1606)

Seit der Erlangung der Reichsfürstenwürde war es das Bestreben des Hauses Liechtenstein, ein reichsunmittelbares Territorium zu erwerben. Es dauerte aber fast hundert Jahre, bis sich dem Enkel Karls, Fürst Johann Adam I. (1657-1712), die Gelegenheit bot, 1699 und 1712 die Besitzungen Schellenberg und Vaduz zu kaufen. Mit kaiserlichem Diplom vom 23. Januar 1719 wurden die beiden Gebiete vereinigt und zum Reichsfürstentum Liechtenstein erhoben. Nach dem Aussterben der Linie des Fürsten Karl wurde im Jahre 1712 Anton Florian, ein Nachkomme Gundakers, regierender Fürst.

Während im 18. Jahrhundert das Land noch eher am Rande des Interesses lag - die Familie residierte damals noch in Feldsberg (heute Tschechien) und Wien -, rückte es nach Erlangung der Souveränität 1806 immer mehr in den Mittelpunkt und wurde im 20. Jahrhundert Sitz der Fürsten. Fürst Franz Josef II. (1906-1989) verlegte 1938 seinen ständigen Wohnsitz nach Vaduz. Alle heute lebenden Familienmitglieder stammen von Fürst Johannes I. (1760-1836) ab.

 

Aktuell
Ansprache Seiner Durchlaucht Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein anlässlich des Staatsfeiertages 2014
Ansprache Seiner Durchlaucht Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein anlässlich der Landtagseröffnung am 27. Februar 2014
Geburtstags-Interview S.D. des Fürsten mit Herrn Günther Fritz vom Liechtensteiner Vaterland
 
weitere interessante Meldungen finden Sie unter News