Fürst Johann II. 1858 - 1929
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Im Anschluss an eine sorgfältige, mehrsprachige
Erziehung setzte Fürst Johann (geboren 1840, gestorben 1929) seine Studien
in Deutschland, Brüssel und Paris fort. Begleitet wurde er vom
Sozialreformer Karl Freiherr von Vogelsang, der seine Einstellung zu
sozialen und humanitären Fragen nachhaltig prägte. 1858 übernahm er die
Leitung des Hauses und des Fürstentums, dem er 1862 eine
konstitutionelle Verfassung, 1921 die noch heute geltende Verfassung auf parlamentarisch-demokratischer Grundlage gab.
Diese prägte während langer Zeit Liechtensteins Staatswesen und wurde erst
im Jahr 2003 in wesentlichen Bereichen
revidiert.
| Johann genoss den Ruf eines
hervorragenden Kunstkenners und Mäzens. Er veranlasste die Neuordnung der
liechtensteinischen Gemäldegalerie und erweiterte sie durch umfangreiche
Ankäufe. Im Zuge einer lebhaften Bautätigkeit wurden u.a. die ehemalige
Stammburg der Liechtenstein bei Maria Enzersdorf und das Schloss Vaduz einer
historisch getreuen Restaurierung unterzogen. Daneben unterstützte der Fürst
zahlreiche Museen durch grosszügige Schenkungen.
Als Förderer wissenschaftlicher Bestrebungen bedachte er ebenso das
Pharmakologische Institut der Universität Wien wie beispielsweise die Akademie
der Wissenschaften, gründete 1895, erstmals im Kaiserreich, eine Höhere Obst-
und Gartenbauschule und finanzierte namhafte historische und kunstgeschichtliche
Publikationen.
Bemerkenswert war auch sein Einsatz auf sozialem und humanitärem Gebiet.
Neben der Einführung fortschrittlicher Sozialleistungen für sein Personal gab
Johann bedeutende Spenden an zahlreiche Einzelpersonen, Wohlfahrtsanstalten und
an diverse karitative und gemeinnützige Einrichtungen.
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