Fürst Alois II. 1836 - 1858
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Die Erziehung Alois II. (geboren 1796, gestorben 1858) lag zunächst in
den Händen Abbé Werners, eines französischen Priesters, und wurde dann von
Fachgelehrten übernommen, unter ihnen Leopold Trautmann (1766-1825),
Professor für Landwirtschaftslehre an der Universität Wien, und der
Geschichtsphilosoph Friedrich von Schlegel (1772-1829).
| Der Fürst setzte die
Modernisierungsmassnahmen seines Vaters und Grossvaters auf den
liechtensteinischen Gütern fort. Parallel dazu nahm er die Reorganisation der
fürstlichen Verwaltung vor. Auf seinen Besitzungen entstand die erste
Ackerbauschule der Monarchie, und mit seiner Tätigkeit für die Wiener
Landwirtschaftsgesellschaft, als deren
Präsident er
1849 - 1858 fungierte, waren wesentliche Neuerungen und Reformen verbunden. Der
Fürst gehörte insgesamt 74 humanitären, wissenschaftlichen und industriellen
Vereinen an und gab jährlich beträchtliche Summen für karitative Zwecke aus.
1835 fuhr
Alois II. in diplomatischer Mission nach London. Im Jahr darauf reiste
er zu den Krönungsfeierlichkeiten nach Prag. Er gehörte
zu den regelmässigsten und sachkundigsten Besuchern der Versammlung der Niederösterreichischen Landstände.
Sein an englischen Vorbildern orientierter Kunstgeschmack zeigte sich bei
der neugotischen Umgestaltung des Schlosses Eisgrub und dem Bau des dortigen
Palmenhauses. In Wien nahm er 1836-1847 die umfassende Renovierung der
Räumlichkeiten des liechtensteinischen Majoratshauses im Stil des Zweiten Rokoko
vor.
Die politische Haltung Alois II. war weitgehend konservativ. Im Anschluss an
das Revolutionsjahr 1848 gab er zwar auf Drängen der liechtensteinischen
Bevölkerung dem Fürstentum eine provisorische, liberalere Verfassung, setzte
diese drei Jahre später aber wieder ausser Kraft und kehrte zum absolutistischen
Prinzip zurück.
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